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Geschichte des Fechtens

Fechten gehört neben Boxen und Ringen zu den ersten Wettbewerben der Menschheit. Eine Art sportlichen Fechtens betrieb man schon in der Antike (im alten Griechenland und im römischen Reich) und in Afrika. Ursprünglich war das Fechten ein bewaffneter Kampf zweier Personen, bei dem Blankwaffen mit langer Klinge sowie Handschutz verwendet wurden.
Diese wurden so geführt, dass Angriffe des Gegners abgefangen werden konnten. Mit Verbreitung des Schießpulvers, zu Beginn der Renaissance verlor der gepanzerte Ritter seine Bedeutung. Das Schwert wurde nur noch gegen leicht oder ungerüstete Gegner verwendet und wurde daher vom Gewicht leichter und in der Führung schneller. Gleichzeitig verloren im soldatischen Bereich (der Verbreitung und einfacheren Handhabung der Feuerwaffen wegen) viele militärische Fechtlehrer Sold und Brot. Sie suchten sich neue Betätigungsfelder als Lehrer bürgerlicher Fechter, jedoch auch als Lohnfechter in Ehrenhändeln. Dabei zogen sie durch die Städte, klopften an die Portalen gutbürgerlicher Häuser und fragten an, ob ein Fechtmeister gebraucht werde: "sie gingen fechten" um sich ernähren zu können. In Frankreich wurde im Jahre 1567 die Ecole Française d’Escrime aus der Taufe gehoben; ab dem XVII. Jahrhundert erlebte das Fechten seinen wirklichen Aufschwung: Aufkommen des Floretts, Erfindung der Maske und das vertiefte Studium der Positionen und Bewegungen, das sich in zahlreichen Publikationen niederschlug. Vielleicht kann man das als Ausgangspunkt des modernen Fechtens ansehen.


 

Das Fechten in der Schweiz

Erwähnung der Existenz einer Fechtschule in Luzern im Jahre 1463, dann in Zürich, Baden, Freiburg und Solothurn; gegen Mitte des XVI. Jahrhunderts und darauf im Jahre 1570 Veröffentlichung von Büchern über das Fechten. Manche legen den Anfang des Fechtsports in der Schweiz in das Jahr 1818: Einführung des Fechtens in einem Zürcher Turnverein; der «Haudegen» in Zürich war der erste Ort, an dem eine echte Fechtausbildung stattfand. In Genf war die Gründung des ersten echten Fechtclubs im Jahre 1862. Im Tessin kam die Fechtausbildung im Jahre 1863 auf. Die ersten Turniere fanden bereits im Jahre 1897 statt, vor allem in der Romandie. Die erste offizielle Schweizer Meisterschaft wurde 1921 in Freiburg veranstaltet; der schweizerische Fechtverband wurde 1914 gegründet und setzte sich ausschliesslich aus Clubs der Romandie zusammen.

 

 


Fechten als olympische Disziplin

Fechten zählt zu den Gründungs-Sportarten von Athen 1896. In Athen standen drei Wettbewerbe auf dem Programm: Säbel, Florett sowie Florett für Fechtmeister. Degenfechten kam in Paris 1900, Mannschaftsfechten in Antwerpen 1920 dazu. Bei den Damen wurde das Florett 1924, der Degen 1986 und der Säbel 2000 eingeführt.

 

 


Waffen:

Das Florett

Das Florett ist eine Stichwaffe, man kann nur Treffer mit der Klingenspitze erzielen. Die gültige Trefferfläche ist der ganze Rumpf: vom Hals bis zum Schritt, den Rücken eingeschlossen, mit Ausnahme der Arme, der Beine und des Kopfes. Das Florett wiegt um die 400 g und hat eine Länge von 110 cm. Traditionell beginnt ein Anfänger mit dem Florett und wählt seine bevorzugte Waffe später aus. Das Angriffsrecht hat der, welcher zuerst angreift, allerdings nur solange, bis sein Angriff durch eine Parade beendet ist und der Gegner zur Riposte ansetzt. Greifen beide Fechter gleichzeitig an und treffen beide (egal ob gültig oder ungültig), erhält keiner den Treffer.
Optisch unterscheidet sich das Florett vom Degen durch den quadratischen Klingenquerschnitt und die kleinere, eher scheibenförmige Glocke (Schutz-Schale für die Hand). Degen besitzen einen V-förmigen Querschnitt und eine halbkugelförmige Glocke.

Der Degen

Der Degen ist wie das Florett eine Stichwaffe. Aber hier kann man die gesamte Körperoberfläche, vom Kopf über die Hände bis zu den Füssen, treffen. Der Degen ist schwerer als das Florett, er wiegt um die 500 g bei einer Länge von 110 cm. In der Schweiz bevorzugen 2/3 der Fechter und Fechterinnen den Degen. Aus diesem Grunde wurden die grössten Erfolge des Schweizer Fechtsports, bei den Herren sowie bei den Damen, mit dem Degen erzielt. Beim Degen-Fechten gibt es kein Angriffsrecht wie im Florett und im Säbel. Beim Degen erhält derjenige den Treffer, welcher zuerst seinen Gegner trifft. Treffen beide Fechter gleichzeitig gibt es einen Doppeltreffer.

Der Säbel

Der Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe, das heisst, man kann mit der Schneide und mit der Spitze treffen. Der Säbel besitzt eine flache, biegsame Klinge. Trefferfläche ist der gesamte Oberkörper inkl. Kopf und Arm, wobei allerdings der Schritt im Gegensatz zum Florett ausgeklammert ist. Das Säbelfechten ist in der Regel schneller als das Florettfechten. Wie beim Florett gibt es ein Angriffsrecht. Die Säbelglocke ist anders geschnitten und halbkugelförmig um die Hand gezogen. Das Gewicht des Säbels beträgt um die 500 g, seine Länge 105 cm. In der Schweiz steht diese Waffe für rund 400 Fechter, die sich auf etwa zehn Clubs verteilen.

Schutzkleidung

Die Fechtkleidung besteht aus Dyneema, Baumwolle und/oder Nylon (die Zahlen in den Klammern geben an, welche Kraft in Newton die entsprechende Kleidung ab dem Juniorenalter aushalten muss.
Fechtmaske mit Drahtgitter aus Stahl und/oder Plexiglas sowie Halsschutz (1600 N)

  • Jacke mit Fixierung/Klingenfangschutz (800 N)
  • Unterziehweste (Plastron) aus Kevlar (800 N)
  • Brustschutz für Frauen
  • Hose (800 N)
  • Tiefschutz für Männer (optional)
  • Lange Strümpfe bis zum Knie